08.07.08 - 19.00

55000 Zeugen für Verdienste um das kulturelle Erbe

Gertrud Wollenweber gab nach 20 Jahren die Leitung des Dorfmuseums in Tündern ab / Linde wurde nach ihr benannt
 
Tündern (gro). Mit einem Sommerfest feierte der Verein für Heimatpflege und Grenzbeziehung von 1974 „Tundirum“ das 20-jährige Bestehen des Dorfmuseums und die Verabschiedung von Gertrud Wollenweber als dessen Leiterin. Geboten wurden den gut 150 Gästen auf dem Gelände des Museums eine Kaffeetafel mit Backhauskuchen, Spiel und Spaß mit den Museumskindern, Führungen durch das Museum, Heiterkeiten mit dem „Müller“, Filmvorführungen zur Dorfgeschichte sowie musikalische Unterhaltung durch die Gruppe „Tiunegels“.
Vor 20 Jahren konnte das Dorfmuseum dank der Unterstützung zahlreicher Sponsoren eingeweiht werden. Ohne Getrud Wollenweber wäre dieses Projekt aber wohl nie gestartet und verwirklicht worden; das machte Tundirum-Präsident Herbert Habenicht in seiner Festansprache klar. Zuvor seien erste Stücke der Sammlung in der Kirche aufbewahrt worden. Schnell habe Gertrud Wollenweber festgestellt, dass das nicht mehr lange gut gehen werde, und „dörfliche Erinnerungsstücke bekamen ,Beine‘, sodass es nicht mehr lange gedauert hätte, dann wäre manches gute Stück verschwunden gewesen“. Durch Frau Wollenwebers Idee, ein Museum zu gründen, habe die Sammlung gerettet werden können. Aber sie habe es nicht leicht gehabt, das Projekt zu verwirklichen. „Ich gebe zu, auch der Heimatverein musste seinerzeit ein wenig zu seinem Glück gezwungen werden,“ so Habenicht.
Seit 1988 leitete Wollenweber das Museum, führte Besucher „erstklassig und lehrreich“ (Habenicht) und führte Regie bei vielen kulturellen und heimatkundlichen Veranstaltungen. Ein Bauerngarten folgte vor Kurzem. „Du, liebe Gerti, warst der Motor dieses Vereinslebens“, stellte Habenicht fest.
Nackte Zahlen sagten oft nicht wirklich etwas aus, aber in diesem Falle müssten sie genannt werden. „33 Jahre Vorstandsarbeit – und glaub ja nicht, du wirst schnell entlassen – 20 Jahre Museumsdirektorin, 3000 Mal die Museumstür aufgeschlossen, um durchschnittlich 20 Personen unser Juwel im Dorf Tündern zu präsentieren. Das sind 55000 Zeugen, die die Verdienste von Gertrud Wollenweber für den Verein für Heimatpflege und Grenzbeziehung bestätigen können“, stellte Habenicht unter großem Applaus aller fest.
Ein Album mit Artikeln und Fotos von der Arbeit Gertrud Wollenwebers wurden ihr überreicht sowie eine drei Meter hohe Linde, die im Museumsgarten als „Gerti-Linde“ ihren Platz haben wird. Sichtlich bewegt dankte Gertrud Wollenweber und überreichte dann symbolisch den Staffelstab der Museumsleitung an Corinna Branske, Anja Klemme und Doris Habenicht.
Lobende Worte fand auch Hamelns Bürgermeister Herbert Rode für die scheidende Museumsdirektorin. Gertrud Wollenweber sei die „gute Seele“ des Dorfmuseums gewesen. Mit Ausdauer und Fleiß habe sie erreicht, was viele nicht für möglich gehalten hätten. „Auch wenn sie jetzt das Amt der Museumswartin abgegeben hat: Dieses Haus ist und bleibt untrennbar mit dem Namen Gertrud Wollenweber verbunden. Es trägt ihre Handschrift“, sagte Rode. – Für musikalische Unterhaltung auf dem Sommerfest sorgten wiederum die „Tiunegels“.

20 Jahre Dorfmuseum


Im Beisein von Herbert Habenicht (li.) überreichte Gertrud Wollenweber (M.) nach ihrer Ehrung die Museumsleitung symbolisch an Anja Klemme (2.v.li.), Corinna Branske (2.v.re.) und Doris Habenicht.
Foto: gro

Quelle: Dewezet

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