Historie des Vereins für Heimatpflege und Grenzbeziehung
Der Verein für Heimatpflege und Grenzbeziehung „Tundirum“ wurde am 19.11.1974 im Gasthaus „Zur Schwalbe“ gegründet. Initiator war der tündernsche Landwirt Friedrich Kropp sen. An der Gründungsversammlung nahmen 48 Personen teil.
Friedrich Kropp sen. hatte seit 1955 an der Ausrichtung der tündernschen Grenzbeziehungen maßgeblich mitgewirkt. Diese Grenzbeziehungen haben eine lange Tradition. Bereits 1900 fand die erste Grenzbeziehung – entlang den Flurgrenzen in der Forst – statt. Die „Forstgrenzbeziehung“ wird seitdem alle 10 Jahre durchgeführt; jeweils umrahmt mit einem Zeltfest und einem Festumzug. Seit 1955 gibt es zudem die „Feldgrenzbeziehung“, in der die Gemarkungsgrenzen in der Feldmark inspiziert werden.
Friedrich Kropp sen. und der damalige Vorsitzende der Forstgenossenschaft, Friedrich Bormann, wollten mit der Gründung des Heimatvereins nicht nur die Fortführung der Grenzbeziehungen sicherstellen, sondern auch engagierte Mitbürgerinnen Und Mitbürger gewinnen, die sich der Heimatpflege im weiteren Sinne widmen.
Diese Aufgabe wurde dann auch zügig angepackt. Ein besonderes Augenmerk legte man auf die Begrünung des Dorfes und der Umgebung.
Es wurden Grünanlagen geschaffen und viele Bäume gepflanzt.
Einmal jährlich lud der Verein zum „Heimatabend“ mit Sketchen und Gesangsdarbietungen ein. Daran nahmen auch die Mitbürgerinnen und Mitbürger, die als Flüchtlinge nach Tündern gekommen waren, gern teil. Lieder und Anekdoten aus Schlesien, Ostpreußen und Pommern erinnerten an ihre „alte Heimat“. Organisiert und geleitet wurden die Heimatabende von Gertrud Wollenweber, die auch das tündernsche Dorfmuseum gegründet hat und mittlerweile wegen ihres herausragenden Einsatzes Ehrenmitglied des Heimatvereins ist.
Im Mai 1978 konnte der „Treidelpfad“ an der Weser seiner Bestimmung übergeben werden. Ein beliebter Rastplatz ist der „Schepperort“ am Treidelpfad, der 1979 fertig gestellt wurde. Mitten im Dorf liegt die Grünanlage „Streeke“ mit einer Pergola, der „Tundirum-Eiche“, einem Brunnen und einem Gedenkstein für den Vereinsgründer Friedrich Kropp. sen., der am 15.08.1976 verstorben war. Sein Nachfolger als Vereinspräsident wurde Friedrich Bormann, der dieses Amt bis ins Jahr 2002 innehatte und dann zum Ehrenpräsident ernannt wurde. Anschließend übernahm Herbert Habenicht den Vereinsvorsitz.
Ihr Jahr 1977 wurden drei Ortsübersichtstafeln aufgestellt, die auswärtigen Besuchern die Orientierung im Haufendorf Tündern erleichtern sollen.
Wichtige Faktoren im Vereinsleben sind das „Dorfmuseum“, das „Backhaus“ (erbaut 1997) und der Bauerngarten am Dorfmuseum (eröffnet 2006). Dieses Ensemble auf dem ehemaligen „Kraftmeyer-Hof“ bildet heute den Mittelpunkt des „historischen Tündern“.
Zum Gedächtnis an den „Kraftmeier von Tündern“ wurde am 06.05.1983 eine Erinnerungstafel aufgestellt. Von Jobst-Hinrich Meyer (1699 – 1790) wird überliefert, er habe für eine Wette ein Pferd auf der Schulter getragen. Eindeutig nachgewiesen ist, dass er den Bau des ersten tündernschen Weserdammes, der die heimischen Wiesen und Äcker vor dem alljährlichen Hochwasser schützt, initiiert hat.
Neben der Gesangsgruppe bildete sich schon kurz nach der Gründung des Heimatvereins eine Wandergruppe, die in jedem Jahr ein umfangreiches Programm von durchschnittlich 15 Touren absolviert.
Im Lauf der Zeit haben sich dann weitere Sparten gebildet, deren Mitglieder sich nicht nur für den Verein engagieren, sondern auch sinnvolle Beiträge für die tündernsche Dorfgemeinschaft leisten.
Die Dorfgemeinschaft feierte 2004 das 1000-jährige Jubiläum des Dorfes Tündern. Tündern wurde erstmals in einer Urkunde des Kaisers Heinrich II aus dem Jahr 1004 unter der Bezeichnung „Tundirum“ erwähnt – daher auch der Zusatz „Tundirum“ im Vereinsnamen. Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten richtete der Heimatverein einen großen historischen Festumzug aus, der 10.000 Zuschauer aus nah und fern anzog.
In den folgenden Jahren ist der Verein geprägt durch den Generationenwandel. Einige neue Sparten wurden gegründet: Feinbäcker, Museumskinder, Museumsmänner, Muse Frouwen, Bauerngarten.
Die Mitgliederzahl zeigt, dass es wohl gelingen wird, den Verein für die Zukunft zu sichern und weiter zu entwickeln.
Mitgliederstand:
Im Jahr 2002: ca. 540 Mitglieder
Im Jahr 2004: ca. 600 Mitglieder
Im Jahr 2006: ca. 700 Mitglieder
Im Jahr 2008: ca. 800 Mitglieder
Mitgliederstand am 01. Februar 2009: 808 Mitglieder
In unserem Dorf singt man zu vielen Gelegenheiten die sogenannte "Tündernsche Nationalhymne"
Wo die Weser...
(Melodie: Wo die Nordseewellen)
1. Wo die Weser einen großen Bogen macht,
wo man singt und trinkt und lacht die ganze Nacht,
wo man trinkt die halben in zwei Zügen aus,
da ist meine Heimat - da bin ich zu Haus.
2. Wo die Weser einen großen Bogen macht,
wo man singt und trinkt und lacht die ganze Nacht,
wo die Eichen trutzig steh'n vor Hof und Haus,
da ist meine Heimat - da bin ich zu Haus.
3. Wo die Weser einen großen Bogen macht,
wo man singt und trinkt und lacht die ganze Nacht,
wo der Bauer mühsam seine Scholle bricht,
da ist meine Heimat - die vergeß ich nicht.
4. Wo die Weser einen großen Bogen macht,
wo an der Tünderschen Warte manches Lied erdacht,
wo in dieser Nähe jetzt die Linde steht,
da in 100 Jahren noch manch' Bürger geht.
Verein für Heimatpflege und Grenzbeziehung von 1974 e.V. Tündern